| Bei meinen "Kanalfahrten"
an der Südrampe des Alten Kanals stiess ich zwischen Neumarkt
und Beilngries immer wieder auf Reste einer Eisenbahnstrecke: Die
noch aktive Anbindung der Max Bögl GmbH bei Schleuse 32, der
verlassene Bahnhof Greisselbach bei Schleuse 30, die Bahnhöfe
Berching und Beilngries, ...
Historische Bilder zeigen eine enge Verbindung zwischen dem Ludwig-Donau-Main-Kanal
und der "Sulztalbahn", einer Nebenbahnlinie von Neumarkt
nach Beilngries.
Dieter Buchkremer, jemand, "der dabei war" - in den letzten
Betriebsjahren und beim Abbau, stellte eine Menge von Bildern für
die Publikation zur Verfügung. Zauberhafte Bilder der Bahn,
der Landschaft und der Orte des Sulztals, des Kanals. Geradewegs
ein weiterer Grund, die Sulztalbahn in die Kanaldokumentation einzufügen.
Soweit es nicht bereits die Bilder aussagen, - in den Sekundärlinks
(rechte Spalte) versuchte ich, die enge Verbindung zwischen den
beiden Verkehrswegen auch für die Internet-Dokumentation darzustellen.
Viel Freude damit!

Mit der Fertigstellung der Bahnstrecke Nürnberg-Neumarkt und
der Verlängerung nach Regensburg 1871 wurde auch der Bau einer
Nebenbahnstrecke von Neumarkt nach Beilngries und darüber hinaus
nach Eichstätt diskutiert.
1886 begannen die Bauarbeiten an der Strecke Neumarkt-Beilngries-Dietfurt.
In Greisselbach war ein Abzweig nach Freystadt, in Beilngries eine
Verbindung zur Altmühlbahn nach Eichstätt vorgesehen.
Am 1. Juni 1888 konnten die Abschnitte Neumarkt-Beilngries und Greisselbach-Freystadt
für den Personenverkehr übergeben werden. Die Verlängerung
nach Dietfurt erfolgte 1909, erst am 14. Mai 1930 war dann das Netz
mit der Verbindung nach Eichstätt komplett.
Die Strecke war zunächst mit Personen- und Güterverkehr
gut ausgelastet. Zum Teil grub sie damit dem Ludwigskanal "das
Wasser ab", zum Teil ging sie mit ihm aber auch eine gute Symbiose
ein.
Die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs nach dem 2. Weltkrieg
bedrohte jedoch zunehmend auch die Existenz der Bahn: Im Oktober
1955 wurde die Strecke Beilngries-Eichstätt eingestellt, im
Juli 1960 der Personenverkehr zwischen Greisselbach und Freystadt,
wo dann 1977 diese Strecke ganz aufgelassen wurde.
Der Abschnitt Beilngries-Dietfurt wurde 1967 still gelegt.
Der Bau des Main-Donau-Kanals lies dann auch die restliche Strecke
Neumarkt-Beilgries überflüssig erscheinen.
Am 26. September 1987 verkehrte der letzte Personenzug, der letzte
Güterzug 1989. Im September 1989 wurde die Strecke abgebaut.
Der Teil Neumarkt-Schlierferhaide (Schleuse 32) wurde erhalten,
sogar für Schwerverkehr ausgebaut und in ein privates Anschlussgleis
für die Max Bögl GmbH umgewandelt. Hier verkehren derzeit
Schotterzüge und Spezialwaggons für grossformatige Fertigteile
von Bögl. Mit etwas Glück kann man dabei verschiedene
Privatbahn-Loks aus ehemaligen Staatsbahnbeständen treffen.
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